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Wer will ich heute sein? (19.04.20)

Wie ich vor zwei Wochen geschrieben habe, bin ich ein Macher-Typ. Es fällt mir schwer, mich einfach hinzusetzen und zu lesen, wenn es vieles andere zu tun gibt.  Momentan baue ich viel an unserm Haus (das tue ich sehr gern), mache Gartenarbeit und meine Steuererklärungen (beides mache ich sehr ungern, aber das muss eben sein).  Einfach mich hinzusetzen und etwas zu lesen, fällt mir schwer.

Und doch ist es mir gestern gelungen, ein paar Beiträge in der Zeitschrift „Aufatmen“ zu lesen – das ist übrigens die einzige Zeitschrift, die ich abonniere.  In einem guten Beitrag von Thomas Härry* fiel mir ein Gedanke besonders ins Auge: Thomas, so wie ich, stellt bei sich immer wieder fest, dass die ersten Gedanken morgens um die Fragen kreisen: „was will ich heute tun?“  Härry hat sich als einfache Übung vorgenommen, stattdessen sich gleich morgens zu fragen „Wer will ich heute sein?“

Gott ist ja vielmehr an meinem Charakter als an meinen Errungenschaften interessiert.  Aus dem Charakter entspringen ja die Taten. Vom Charakter her entscheide ich mich, was für mich wichtig und was weniger wichtig ist.  Habe ich wirklich den Wunsch, ein Liebender zu sein und so von anderen wahrgenommen zu werden, dann wird das meine Entscheidungen und meine Aktivitäten prägen.  Ist das mehr nur so ein frommer Spruch, dann werden meine Taten das auch widerspiegeln. Wie Jesus sagte: „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“.

Ich habe kurz nach dem Lesen und Nachdenken über den Artikel von Härry etwas Nettes für meine Frau getan, und unser nächstes Date mit ihr abgesprochen.  Aber ich möchte auch als einen wahrgenommen werden, der Gott über alles liebt.  Und ich merke, da flacht etwas ab.  Mein Glaube ist unerschütterlich, aber die Liebe, die Nähe, die Beziehung zu Gott ist fast zur Routine geworden.  Ich habe mir jetzt vorgenommen, mir täglich mehr Lesezeit zu nehmen – in der Bibel, und in guter christlicher Literatur.  Ohne Input, kein Output.

Und so wünsche ich euch, nicht so sehr als Leiter kleiner Gemeinden, sondern einfach als meine Mitchristen und Geschwister: fragt euch auch jeden Morgen: „wer will ich heute sein?“ bevor es darum geht, was ihr heute tun wollt.  Lasst den heiligen Geist seine Frucht in euch hervorbringen, so dass es im Alltag sichtbar wird.

Bleibt behütet und gesund!

Euer Hugh

* Aufatmen 1/2020, Seite 62

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Für das Lamm,

Hugh Smith