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Ermutigung und Unterstützung für kleine Gemeinden - kostenlos.

Archiv

Hier unten findet ihr die folgenden älteren Ausgaben vom "aktuellen Blogartikel".

Der Höhepunkt des Lebens

11.04.20

Nimm dir Zeit für die Liebe

04.04.20

Die kleine Gemeinde in der Corona-Krise

29.03.20

Quarantäne? 17 Ideen.... (Karl Vaters)

22.03.20

Wo drückt der Gemeinde der Schuh?

15.03.20

Nicht jede kleine Gemeinde ist gesund

08.03.20

Bedürfnis, Segen, und Gelegenheit der kleinen Gemeinde (Karl Vaters)

01.03.20

Ebbe in der Kasse - mit weniger Geld glücklich sein

23.02.20

Lass dich unterstützen!

16.02.20

Die Behindertenwerkstatt

11.02.20

Der Wert der kleinen Gemeinde

03.02.20

Treue ist immer möglich

26.01.20

effizienter predigen

19.01.20

motivierte Mitarbeiter

12.01.20

achte auf dich selbst!

05.01.20

die geistliche Intensivstation

01.01.20

Wo Leben ist, ist Wachstum - oder?

27.12.19


Der Höhepunkt des Lebens (11.04.20)

Ich habe gestern in den Nachrichten ein Bild gesehen, das mich erschüttert hat.  Auf einer Insel vor New York wurden – aus der Luft fotografiert – einfache Särge dicht an dicht in zwei Lagen begraben.  Das waren Verstorbene, die kein anderer beerdigen wollte. Viele waren Gefangene (in den Gefängnissen herrscht große Not in der Coronakrise), die seit Jahren keinen Kontakt mit irgend einer Familie gehabt hatten.  Andere waren wohl Obdachlose, oder einfach Menschen, die keiner mehr haben wollte.




Also noch trauriger als das Sterben ist das Sterben mutterseelenallein. Wenn aber wirklich kein einziger Mensch sich die Mühe machen möchte, meine sterblichen Überreste unter die Erde zu bringen.


Wenn wir jetzt diesen Sonntag die Auferstehung Jesu feiern, dann hat das für mich nun einen mehrfachen Grund zur Freude.

Zum einen: ausgerechnet am Osterwochenende, wenn in vielen Ländern das Sterben an Covid-19 seinen Höhepunkt erreichen soll, dürfen wir den Höhepunkt des Lebens feiern. Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen!  Wir dürfen mitten im Sterben mit Paulus ausrufen: „Tod, wo ist dein Sieg?  Tod, wo ist dein Stachel?!“ (1. Korinther 15,55).  Welch ein Kontrast!  Und welch eine Hoffnung dürfen wir den Menschen anbieten!!

Aber auch zum Anderen: wer Jesus nachfolgt, hat immer eine Familie: denn die Gemeinde ist die Familie Gottes.  Normalerweise haben wir auch gesunde Beziehungen zu unsrer leiblichen Familie, denn Jesus lehrt uns viel über Vergebung und den Aufbau gesunder Beziehungen zu allen Menschen.  Das ist aber nicht immer so: in muslimischen Ländern werden Menschen, die sich zu Jesus bekehren, manchmal von ihren Familien komplett verstossen.  Und es kann auch vorkommen, dass alle anderen Familienglieder zuerst sterben. Dennoch: unter allen Umständen hat jeder, der Jesus Christus nachfolgt und verbindlich in einer guten Gemeinde lebt, Familie.  Leute, die einen begleiten, einem beistehen bis zum letzten Atemzug.  Welch ein Trost, wenn ich wirklich wissen kann: egal was kommt, wird ein Mensch für mich da sein, wenn ich meinem eigenen Tod ins Auge schaue.  Ein Mensch, der mich an die herrliche Zukunft erinnern wird, auf deren Schwelle ich gerade stehe.

Gott segne und ermutige euch alle an diesem Wochenende – nicht nur als Leiter kleiner Gemeinden, sondern einfach als Kinder Gottes, von ihrem himmlischen Vater unendlich geliebt.

Hugh Smith

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Nimm dir Zeit für die Liebe   (04.04.2020)

Ich bin ein Macher-Typ. Ich hasse es, einfach zu warten. Ich versuche immer, die Zeit sinnvoll zu nutzen, die ich habe.  Als nun vor einigen Wochen praktisch die Ausgangssperre verhängt wurde, war das für mich nicht so schlimm: ich habe ja immer meine To-Do-Liste, und ich sah in dieser neuen, ungewöhnlichen Zeit eigentlich eine Chance, viele Sachen von meiner To-Do-Liste endlich abzuhaken.

Und ich bin bisher auch fleißig dabei: ich renoviere weiter im Haus, habe meine Steuererklärung fast fertig, schreibe weiterhin meine Blogs, plane die nächsten Schritte, usw.  Meine Frau und ich machen unser wöchentliches Date mit den Enkelkindern weiterhin, nur jetzt per Videochat.

Doch eine Sache stand nicht auf meiner To-Do-Liste, die aber eigentlich fast ganz oben stehen müsste: diese Art „Hausarrest“ ist eine hervorragende Gelegenheit, meiner Frau endlich großzügig die Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, die ich ihr eigentlich immer schenken wollte – nur hatte ich immer andere, „dringendere“ Angelegenheiten zu regeln.

Meine Frau und ich hatten vom Anfang unsrer Ehe an einen Grundsatz, nämlich einmal die Woche ein Date zu haben: nur wir beide, mindestens drei Stunden, keine anderen praktischen Erledigungen „nebenbei“.  Doch auch dieser gute Vorsatz kann schnell im Alltagsstress, in der Gemeindearbeit, oder bei Lebensveränderungen (wir sind letzten Sommer umgezogen, da ich jetzt Rentner bin) untergehen.

Als mir das vor kurzem wirklich bewusst wurde, habe ich meiner Frau ein Date zu Hause vorgeschlagen: wir bestellen zwei Pizzen, die ich dann abhole. Wir verdunkeln das Esszimmer und genießen die Pizzen bei Kerzenlicht, unser Mineralwasser extra in schönen Weingläsern. Und anschließend schauen wir uns einen richtig schmalzigen Liebesfilm an (wirklich nicht mein Geschmack, aber die Liebe macht ja alles).

Der Abend war ein großer Erfolg, und ich merkte, wie meine Frau wieder aufblühte.  Deshalb haben wir gestern schon wieder ein Date gemacht: ein kurzer Ausflug mit dem Auto (das dürfen wir ja) zu einem kleinen Denkmal im Wald, wo wir genug Abstand von den anderen halten konnten. Anschließend fuhren wir zu McDonald's Drive-Thru für zwei McFlurrys (das darf man auch). Meine Frau war seit Wochen kaum aus dem Haus gekommen, und es tat ihr auch gut.

Meine Botschaft also, besonders an die Männer unter uns: du hast (wahrscheinlich) jetzt eine großartige Chance, deine Frau mit Liebe zu überschütten, sie aufzubauen, sie aufblühen zu lassen.  Das größte Bedürfnis der meisten Frauen ist die Sicherheit, und wir leben jetzt in sehr unsicheren Zeiten, wo wir viele Fragen und wenige Antworten haben.  Also jetzt erst recht, ihr Männer! Stelle deine To-Do-Liste mal beiseite, sei kreativ, und überrasche deine Frau mit etwas Gutem, ohne irgendwelche Hintergedanken – einfach so, weil du sie liebst.  Ihr werdet beide davon gewinnen.

Darum sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Körper. Wer nun seine Frau liebt, der liebt sich selbst.“  Epheser 5,28

Hugh Smith

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Die kleine Gemeinde in der Coronavirus-Krise  (29.03.20)

Ich habe gerade den Online-Gottesdienst unsrer Gemeinde, der FCG Bielefeld angeschaut.  Das Video war gut gemacht, die Predigt wie immer gut.  Zwei Lobpreislieder in sehr abgespeckter Besetzung (akustische Gitarre und Gesang) waren mit dabei.

Solange ich gläubig bin (etwa 45 Jahre) gehe ich gerne jeden Sonntag zum Gottesdienst. Diese Erfahrung, einen Gottesdienst von zu Hause aus über den Bildschirm zu erleben, ist für mich ganz neu.  Und ich habe mich anschließend gefragt, was dies alles, durch die Coronavirus-Krise ausgelöst, für Auswirkungen auf die kleine Gemeinde haben könnte.

Zumindest äußerlich war die Erfahrung sehr angenehm: ich habe den Laptop vor unsere Relaxsesseln im Wohnzimmer gestellt, der Kaminofen brannte, und so haben meine Frau und ich zugeschaut.  Meine Frau hat einmal leise bei einem Lied mitgesungen, ich nicht.  Es kam mir irgendwie zu komisch vor.  Ich fühlte mich manchmal wie ein Gottesdienstbesucher, manchmal wie ein Zuschauer.  Es war also ein gut gemachter Ersatz, aber eben kein Gottesdienst, wo wir alle im selben Raum sind und alle gemeinsam unserm Herrn singen und ihn anbeten.

Dadurch ist mir bewusst geworden: je mehr ein (ganz normaler, in der Kirche stattfindender) Gottesdienst zu einem Zuschauer-Event, zu einer Art Konzert wird, um so mehr ist der Gottesdienst auch online genau so gut erfahrbar – ja, angenehmer, denn man muss nicht irgendwo hin fahren, man kann den Zeitpunkt selber setzen, dabei auch was naschen, usw.

Doch ein Gottesdienst, wo jeder mitmacht: wo viel Wert darauf gelegt wird, dass alle mitsingen, wo die Teilnehmer auch mit den Gaben des Geistes dienen dürfen, wo man vorher oder nachher gemeinsam eine Tasse Kaffee oder Tee trinken kann, wo man sich umarmt – solche Gottesdienste sind nicht online ersetzbar, und werden auch nach der Krise keine wesentlichen Verluste haben.

Fazit: die Gemeinde, ob groß oder klein, die immer nach Wegen sucht, um die Gottesdienstbesucher mit ein zu beziehen, dass sie aktiv den Gottesdienst mit gestalten, wird auch diese Krise gut überstehen.  Aber Gemeinden, in denen der Gottesdienst fast vollständig von vorne, „von der Bühne her“ stattfindet, werden vielleicht nach der Krise erleben, dass viele ihrer Besucher die Vorteile der Online-Gottesdienste entdeckt haben, und weniger oder gar nicht mehr den Gottesdienst vor Ort besuchen.

Ich bin dankbar für Online-Gottesdienste. Sie können ein missionarisches Werkzeug sein. Sie bieten auch Vorteile z.B. für die Kranken und sonst am Gottesdienstbesuch verhinderten Menschen.  Ich hoffe, dass auch die kleinen Gemeinden auf ihre einfachere, technisch nicht so hoch polierte Art davon Gebrauch machen, so lange diese Krise andauert. Doch als Dauerlösung für die Gläubigen sind sie völlig ungeeignet.  Die Gemeinde Jesu ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus nachfolgen.  Wir brauchen nicht nur Jesus, sondern wir brauchen einander.  Und deshalb ist der "Gottesdienst zum Mitmachen", wie es die meisten kleinen Gemeinden schon immer praktiziert haben, auch die beste Form.

Bleibt gesund, und bleibt in Jesus! Er ist immer noch auf dem Thron, und er wirkt und baut weiterhin seine Gemeinde – auch in dieser Krise.

Euer

Hugh Smith

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Quarantäne? 17 Ideen, um deinen Körper, deine Seele und deinen Geist stark zu halten  (22.03.2020)

 

(Anmerkung von Hugh:  Karl Vaters, ein bekannter Unterstützer kleiner Gemeinden aus den USA, hat mal wieder etwas Gutes zur aktuellen Lage geschrieben - ich habe es hier übersetzt.  Zwei Links sind für Englisch-Kenner, aber vielleicht kann jemand etwas Vergleichbares auf Deutsch finden? Ihr könnt es gerne weitergeben, denn es ist nicht nur für Leiter kleiner Gemeinden gedacht.)

Über die nächsten paar Wochen werden viele Menschen in häuslicher Quarantäne stehen, während des beispiellosen Versuchs, die Auswirkungen des COVID-19 Virus (Coronavirus) zu mildern.

Das ist ein Grund zur Sorge, doch muss es kein Grund zur Angst sein. Besonders wenn wir gut darauf vorbereitet sind.  

Doch was genau können wir tun, wenn wir über Tage oder Wochen - entweder alleine oder mit der Familie - isoliert sind?

Viele speichern noch mehr Sendungen auf ihrer Fernseh-Playliste ab.  Das ist nicht verkehrt – ich habe selbst vor, einige Fernsehsendungen und Filme selber zu schauen.  Doch wenn das alles ist, was wir tun, werden wir das Problem nur noch verschlimmern, indem wir unsere Zeit vergeuden.

Die Angst bekämpfen, indem wir die Langeweile bekämpfen

Die Langeweile fern zu halten, mag banal scheinen.  Und das ist sicher nicht so ernsthaft wie die medizinischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen viele gegenüber stehen.  Doch ist es nicht banal.

Die Angst ist ein sehr präsentes Thema im Moment.  Und Ängste wachsen wenn wir passiv sind, doch sie lassen nach, wenn wir aktiv sind.

Also bleiben wir beschäftigt.  Doch nicht nur, um beschäftigt zu sein. Lasst uns dies als Chance sehen, Dinge zu tun, die unser Leben und das Leben anderer wertvoller machen.

Hier ein paar Ideen:

1. Lies.

Fang mit der Bibel an.  Je nach dem, wie lange dies geht, könntest du ziemlich viel Boden gut machen, oder wirklich tief in ein Buch einsteigen, das dein Herz berührt.

Du kannst auch etwas Lesezeit nachholen mit Büchern, die dir etwas neues zeigen können.

Genieße einen Roman oder eine Biographie.

Schließe dich mit Freunden einem Online-Leseclub an, oder probiere eine Website wie Goodreads (Goodreads).

2. Schreib.

Verarbeite deine Gedanken, Gefühle und Ideen mit einem Journal oder Tagebuch.

Blogge.

Schreib ein Buch, das ein anderer vielleicht lesen möchte. Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, es gibt mehr Leute als du denkst, die das lesen möchten, was du zu sagen hast.

Schicke Karten oder Briefe an Freunde.

3. Schöpfe.

Dies wäre eine großartige Zeit, um etwas zu schaffen mit Farbe, Ton, Papier, Musik, Strickwolle, Holz, Klebstoff, Nudeln, was auch immer.

4. Bete.

Du brauchst es.

Wir brauchen es.

Die Welt braucht es.

Bete besonders für die Kranken und Alten, für medizinisches Personal, Sanitäter, Menschen die kein Geld mehr verdienen können, und alle anderen, die durch diese Krise Schweres durchleiden müssen.

5. Plane.

In großen Teilen unsres Lebens bewegen sich Menschen einfach von einem Ereignis zum anderen.

Was wäre, wenn wir diese Zwangspause benutzen würden um inne zu halten, nach vorne zu schauen, den Herrn zu fragen, wohin er uns senden will, und dann fangen wir an zu überlegen und zu beten, wie wir dahin kommen sollen?

6. Bewege dich.

Dein Fitnessstudio wird eine Weile leer stehen, also ist jetzt die beste Zeit, um den Heimtrainer in der Garage für etwas anderes als eine Kleiderstange zu benutzen.

Oder genieße etwas frische Luft, wenn das Wetter und die behördlichen Anordnungen dir erlauben, draußen zu laufen oder spazieren.

7. Höre.

Musik, Podcasts und Hörbücher sind großartig, weil du die Zeit bei anderen Aktivitäten aufwerten kannst.

Du kannst die „Libby“ App (Libby) downloaden, und Tausende von E-Bücher und Hörbücher kostenlos ausleihen.  Die meisten (amerikanischen) Büchereien sind mit der App verbunden.

8. Spiele.

Entstaube mal die alten Brettspiele, Puzzeln und Kartenspiele.  Oder versammle die Familie und erfindet eure eigenen Spiele.

9. Putze.

Es ist sowieso bald Frühling.

10. Starte.

Das Online-Geschäft, das du geplant hast?

Das Hobby, das du schon lange genießen wolltest?

Die kreative Idee, die du umsetzen möchtest?

Die Podcast, über die du nachdenkst?

11. Denke.

Ob du es Nachdenken, Meditieren, Verarbeiten, Träumen oder einfach Denken nennst: wir tun es in der heutigen Zeit nicht mehr genug.

12. Connecte.

Ich werde kein falsches Lächeln auf mein Gesicht malen.  Dies sind ernste und schwierige Zeiten.  Quarantäne – auch selbst auferlegt – ist schwer.  Doch wenn du schon in der Quarantäne sein musst, ist dies die beste Zeit in der ganzen Geschichte dafür.  Wörtlich.

Nicht wie in früheren Zeiten, können wir heute mit Freunden und Familie in Verbindung bleiben durch unser Telefon, per Livestream, durch E-Mail, SMS und mehr.  Setz dich wieder mit alten Freunden in Verbindung, lerne neue Leute kennen, und lass das Bewusstsein der Gemeinschaft leben und wachsen.

13. Hilfe.

Jemand in deiner Nähe braucht etwas, bei dem du helfen kannst.

Vielleicht heißt es, auf das Nachbarskind, das keine Schule mehr hat aufzupassen, damit die Eltern arbeiten gehen können.  Oder mit den physischen Nöten der Kranken oder Alten helfen.

14. Gib.

Gerade jetzt geben die meisten Kirchen und Wohlfahrtsverbände von ihren begrenzten Mitteln noch mehr aus, und gleichzeitig nehmen sie weniger Spenden ein, als sie brauchen.

Wenn du die finanziellen Mittel hast, horte sie nicht, teile.

15. Organisiere.

Ob es der Abstellraum ist, die Garage, dein Kalender, oder die Ideen, die in deinem Kopf herum schwirren: es gibt so viele Vorteile, wenn man zufällige Haufen in ordentliche und brauchbare Einheiten organisiert.

16. Lerne.

Einen Fakt täglich.  Eine neue Sprache.  Eine neue Fertigkeit.  Ein Musikinstrument.

Es gibt so viel, was wir nicht wissen.  Und, dank dem erstaunlichen Gerät, auf das du gerade jetzt schaust, gibt es so viele Wege, um zu lernen.

17. Danke.

Es gibt so viel, wofür wir danken können.

Besonders in Zeiten wie diesen.

Wenn wir herum schauen, sehen wir Menschen, die aufstehen, um Notleidenden zu helfen.

Wenn du selber ein Helfer sein kannst, oder jemanden hast, der dir hilft, drücke deine Dankbarkeit aus – ihnen und auch Gott gegenüber.


Von Karl Vaters: https://www.christianitytoday.com/karl-vaters/2020/march/quarantined-ideas-to-keep-strong.html?paging=off

Übersetzung: Hugh Smith,  www.kleinstarkgut.de

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Wo drückt der Gemeinde der Schuh? - 15.03.20

Meine Frau und ich haben 1984 mit Gottes Hilfe und der Unterstützung der Gemeinde in Köln-Porz eine neue Gemeinde in Hamm/Westf. gegründet. Wir haben bei null angefangen, und etwa 20 Jahre später, als wir gingen, hatten wir fast 100 Leute. Es war kein explosionsartiges Wachstum, doch gutes und stetes Wachstum, und wir danken Gott dafür.

In den meisten dieser Jahren waren wir eine ziemlich kleine Gemeinde.  Von 20 über 30 über 40 über 50 Leute im Gottesdienst, und dann weiter. Wir waren schon missionarisch ausgerichtet, aber die ständige Frage war: wie?  Was braucht die Gemeinde wirklich, damit sie gesund weiter wachsen kann?  Am liebsten hätten wir natürlich die berühmte Erweckung, wo einfach Gottes Geist die Menschen bewegt, und diese praktisch die Gemeindetüren einrennen, aber mit solidem Wachstum wären wir auch zufrieden gewesen.

Ich stellte aber immer wieder fest, dass bei uns im Leitungsteam – und auch an anderen Stellen der Gemeinde – die Meinungen auseinander gingen über das, was wirklich am nötigsten war.  Die Beter meinten meistens „wir müssen noch mehr beten!“  In abgewandelter Form meinten die „Turbo-Charismatiker“, wir müssten den dunklen Mächten über die Stadt Einhalt gebieten.  Die Gemeinschaftstypen meinten, wir müssten mehr Möglichkeiten zur Beziehungspflege schaffen.  Die eher diakonisch ausgerichteten meinten, wir müssten den Armen und Bedürftigen mehr helfen. Die Evangelisten meinten, wir müssten mehr auf die Straßen gehen. Und so weiter...

Auch ich selber war nicht von der eigenen Prägung frei.  Oft habe ich irgendwo ein inspirierendes Buch gelesen, z.B. von Willow Creek, war voll begeistert, habe versucht, die anderen zu begeistern, und wir haben ein paar Projekte tatsächlich angefangen, die voll in die Hose gingen.

Irgendwann fand ich in einem Buch vom Ökumenischen Gemeinde-Institut (inzwischen heißen sie „Institut für natürliches Gemeindwachstum“ - NGE) ein Angebot, ein „Gemeindeprofil“ machen zu lassen.  Es gibt acht bekannte „Qualitäts-Merkmale“ einer wachsenden Gemeinde, und mit so einer Analyse könnte man herausfinden, welches Merkmal in meiner Gemeinde am schwächsten entwickelt war.  Dann könnten wir unsere begrenzte Kraft auf diesen Punkt konzentrieren, und die anderen Bereiche des Gemeindelebens würden davon mit profitieren, die Gemeinde würde gesunden und bald weiter wachsen.

Das klang sehr interessant, kostete aber auch damals schon Geld, ich glaube, um die 300 DM.  Und deshalb habe ich das noch ein paar Jahre vor mir hergeschoben, denn in einer sehr kleinen Gemeinde achtet man auf jeden Euro (bzw. Mark), die man ausgibt.  Und ich musste die anderen in der Gemeindeleitung auch davon überzeugen, in diese (so fürchteten einige) „technocratische“ Lösung zu investieren.

Am Ende haben wir doch die Analyse durchgeführt.  Unser Schwachpunkt war die sogenannte „bevollmächtigende Leitung“, d.h. wir in der Gemeindeleitung mussten uns nicht auf neue, kreative Wege der Evangelisation, nicht auf noch bessere Musik, nicht auf Verschönerung der Gemeinderäume konzentrieren.  Auch wenn diese Dinge alle gut und notwendig sind.  Aber wir mussten der Findung, Förderung, Einsetzung und Betreuung neuer Mitarbeiter absoluten Vorrang geben.  Also nicht nur delegieren, sondern andere bevollmächtigen zu leiten, ihnen Entscheidungskompetenz zu geben.

Interessanterweise, obwohl wir das Gemeindeprofil in den folgenden Jahren mehrmals durchführten, hatten wir immer den gleichen Schwachpunkt.  Der soll sogar für wachsende Gemeinden typisch sein.  Das hat uns und besonders mir geholfen, wirklich konsequent diesen Punkt zu beachten und mehr Gedanken und Kraft dort zu investieren.  Es hat auch geholfen, in unsren Leitungssitzungen mehr Einheit zu haben und uns gemeinsam darüber Gedanken zu machen, wie wir in diesem Punkt besser werden konnten.

Deshalb würde ich dieses Gemeindeprofil Gemeinden fast jeder Größenordnung empfehlen (man sollte schon 30 Leute haben, die von der Gemeinde ein wenig Ahnung haben, um die 30 Fragebögen auszufüllen).  Ja, es kostet Geld, aber ich glaube, wir haben vor den Gemeinde-Profilen  noch viel mehr Geld für Sachen ausgegeben, die kaum Frucht gebracht haben.  Gerade in kleinen Gemeinden, wenn die Ressourcen an Mitarbeitern und Geld sehr begrenzt sind, ist es extrem hilfreich, eine objektive Antwort von „draußen“ zu bekommen über das, was die Gemeinde wirklich braucht.

Darum: sehr zu empfehlen!  Man kann auch mit der BFP-Gemeindeberatung eine Gemeinde-Analyse machen (das kostet aber noch mehr Geld...).

Hier ein paar Links dazu:

Von NGE-Deutschland: (kostet inzwischen 365 € in der einfachen Form):

https://nge-deutschland.de/nge-gemeindeprofil.html

Von der BFP-Gemeindeberatung:

https://www.bfp-gemeindeberatung.de/cbi/cbi-analyse/

Ich wünsche euch echte Klarheit darüber, was eure Gemeinde wirklich braucht!

Euer Hugh Smith

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Nicht jede kleine Gemeinde ist gesund.  08.03.20

Grundsätzlich möchte ich die Pastoren und Leiter kleiner Gemeinden ermutigen.  Es gibt ein weit verbreitetes Vorurteil gegen kleine Gemeinden, die einfach annimmt, dass sie krank oder kaputt wären.  Nein!  Es gibt sehr viele gesunde und quicklebendige kleine Gemeinden, die aus den verschiedensten Gründen klein bleiben – und die Leiter solcher Gemeinden möchte ich einfach ermutigen, treu dran zu bleiben.

Doch genauso wie es gesunde kleine Gemeinden gibt, gibt es auch ungesunde kleine Gemeinden.  Genau wie die Pastoren großer Gemeinden oft Mut brauchen, um notwendige Veränderungen umzusetzen, brauchen es die Pastoren kleiner Gemeinden auch.

Bloß die Ausgangslage eines Pastors in einer kleinen Gemeinde ist anders. Der Pastor einer großen Gemeinde kann alles dran setzen, um notwendige Veränderungen umzusetzen. Er weiß, im schlimmsten Falle, dass er problemlos in einer anderen Gemeinde eine Stelle bekommen kann. Der Pastor einer kleinen Gemeinde ist sich da nicht so sicher. Schließlich hat er nicht den großen „Erfolg“ vorzuweisen. Und deshalb kann es vorkommen, dass Pastoren kleiner Gemeinden in kranken, giftigen Gemeindesituationen ausharren – am Ende wirklich nur deshalb, weil sie befürchten, sonst arbeitslos zu sein.

Wenn es z.B. bei euch in der Gemeindeleitung (Vorstand, Ältesten) dauerhafte Sünde gibt, oder Machtkämpfe, oder andere giftige Umstände, die eine gesunde Entwicklung der Gemeinde blockieren – dann bist du, Pastor, gefragt. Bete, aber rede auch mit denen, die in Sünde verharren, oder die Gemeinde blockieren. Hol dir Hilfe von deinem Verband (Gemeindeberatung, Regionalleitung o.ä.). Sei geduldig und beharrlich, aber bleibe nicht jahrelang in einer kranken Gemeinde, die dir nicht erlauben will, Heilung und Neuausrichtung zu bringen. Du bist ein Kind und Diener des höchsten Gottes, deine Zeit ist wertvoll, und Gott kann dich auch in einer anderen Gemeinde gebrauchen.  Lass dich nicht zermürben, und lass dir die Freude am Dienst nicht nehmen. Fürchte nichts und niemanden, sondern diene dem Herrn.  Er ist dein Auftraggeber, und er ist dein Versorger.  Für dich und deine Familie. Er ist auch die Quelle der Weisheit und der Kraft.

Ich bin auch gerne bereit, für dich und deine Situation zu beten, wenn du mich ein wenig darüber informieren möchtest.

Für das Lamm,

Hugh Smith

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Das größte Bedürfnis, der größte Segen und die größte Gelegenheit der kleinen Gemeinde (von Karl Vaters)  - 01.03.20

Die typische Gemeinde hat etwa 75 Besucher jede Woche. 

   Wenn du also Pastor einer kleinen Gemeinde bist, ist deine Gemeinde nicht kaputt, sie ist das, was allgemein als normal bezeichnet wird.  Und das Normale muss nicht repariert werden. Doch zum größten Teil konzentrieren sich die Bücher, Konferenzen und Seminare über den pastoralen Dienst auf die Prinzipien großer Gemeinden, auf Wege, um kleinen Gemeinden zu helfen, größer zu werden. Das ist nicht schlimm.  Es wird ja auch erwartet, denn wir wollen alle von denen lernen, die wachsende Dienste haben. Doch wenn das unsere einzigen Quellen sind, können wir einen wertvollen Aspekt des Gemeindelebens übersehen: die dynamische, gesunde kleine Gemeinde.  

Die kleine Gemeinde verstehen

Kleine Gemeinden haben Bedürfnisse, Segen und Gelegenheiten die ihrer kleineren Größe entsprechen. Und da sie mit Abstand die typischste Gemeinde sind, ist es wichtig, dass Pastoren und Gemeindeleiter kleine Gemeinden besser verstehen – damit wir ihnen, den Pastoren, die sie leiten, und den Menschen in ihnen effektiver dienen können. Ich bin schon über 30 Jahre Pastor einer kleinen Gemeinde.  Und in den letzten paar Jahren habe ich die Gelegenheit gehabt, viel Zeit zu verbringen beim Schreiben für, sprechen zu und Gespräche führen mit Tausenden meiner Kollegen, Pastoren in anderen kleinen Gemeinden.  Sie sind in Gemeinden in jedem Bundesstaat (der USA), Dutzenden von verschiedenen Ländern, und in fast jeder Denomination und Nicht-Denomination.  
   In der Zeit habe ich drei konkrete Bereiche über kleine Gemeinden entdeckt, die jeder christliche Leiter kennen sollte.  

Größtes Bedürfnis: Ermutigung

Kleine Gemeinden, und besonders die Pastoren kleiner Gemeinden, tragen eine große Last der Entmutigung.  
   Sie kämpfen mit einem konstanten Mangel an Ressourcen, Ideen, Räumlichkeiten, Finanzen, Menschen, Zeit, eben alles.  Wenn du eine kleine Gemeinde leitest, könntest du den Eindruck haben, dass dein Dienst durch den konstanten Mangel praktisch definiert wird.  
   

Doch was vielleicht noch schlimmer wird als der ständige Mangel an Material ist der Mangel an Ermutigung.  Pastoren kleiner Gemeinden fühlen sich oft ignoriert oder belächelt wenn ihre Situation entweder übersehen oder bemitleidet wird durch genau die Menschen, von denen sie sich Hilfe wünschen, wie z.B. andere Pastoren, Gemeindeberater, oder regionale Vorgesetzte.  
   

Nimmt man das alles zusammen, ist es keine Überraschung, dass so viele Pastoren kleiner Gemeinden jedes Jahr ihren Dienst aufgeben.  Was wirklich erstaunlich ist, ist dass so viele von ihnen treu weiter machen.  
   Mehr als alles andere, kleine Gemeinden und ihre Pastoren brauchen Ermutigung.  
   Sie (wir) müssten wissen, dass das was sie tun wertvoll ist - dass sie einen Unterschied machen.   - dass man nicht auf sie herabschaut.     - dass für sie gebetet wird.     - dass jemand da ist, um ihnen zu helfen.   - dass sie genau so viel zu bieten haben, als zu lernen.  
   Als Pastoren kleiner Gemeinden, brauchen wir jede Hilfe, die wir bekommen können.  Auch voneinander.  
   So sehr wie du heute Ermutigung brauchst, gibt es einen anderen Pastor einer kleinen Gemeinden die auch von dir Ermutigung braucht.  Lasst uns aufhören, unseren Turf zu verteidigen, und füreinander da sein.  

Größter Segen: Beziehungen

Kleine Gemeinden sind nicht zwangsläufig freundlicher als große Gemeinden.  Schließlich sind große Gemeinden oft auf diese Weise groß geworden. Doch kleine Gemeinden bieten einmalige Gelegenheiten für Beziehungen die nur dann geschehen können wenn die Menge der Besucher kleiner ist.  
   Zum Beispiel: Menschen in einer kleinen Gemeinde können einander alle beim Namen kennen. Nicht nur im kleinen Freundeskreis, sondern (fast) jeder, auch der Pastor, kann ihren Namen kennen.  Der ganzen Gemeinde fällt es auf, wenn einer fehlt, und seine Abwesenheit bedeutet den anderen in der Gemeinde etwas.  
   In vielen kleinen Gemeinden werden Kinder die gleiche Bezugsperson im Kinderdienst haben, Jahr für Jahr.  Da entsteht eine langfristige Mentoring-Beziehung mit ihnen, die sie über den Rest ihres Lebens beeinflussen wird.  
   Diese Nähe und dieses Mentoring geschieht nicht zufällig.  Das muss gefördert und unterstützt werden.  Doch wenn die Beziehungen in einer kleinen Gemeinde stark und gesund sind, gibt es nichts vergleichbares auf der Welt.  
   Mehr als neue Programme und Modelle zu betonen, die Leiter kleiner Gemeinden müssen lernen, Beziehungen zu entwickeln und zu stärken.  Beziehungen sollten ohnehin die Kernkompetenz der Gemeinde sein.  Unsere ganze Mission dreht sich darum, Menschen zu helfen, eine Beziehung zu Jesus und gesunde Beziehungen zu anderen zu entwickeln. Es gibt sicher viele Dinge, die große Gemeinden können, die kleine Gemeinden nicht so gut können.  Doch jede Gemeinde jeder Größe kann großartige Beziehungen haben – wenn wir das zu unsrer Priorität machen.  

Größte Gelegenheit: Jüngerschaft

Die besten Gemeinden werden nicht auf große Programme, nicht auf schöne Gebäude, auch nicht auf großartige Predigten gebaut. Das Rückgrat einer starken, gesunden, effektiven Gemeinde ist immer Jüngerschaft.  Die Heiligen zurüsten für das Werk des Dienstes (Eph. 4,11-12). Jünger machen und zurüsten ist das, was die Elemente einer großartigen Gemeinde (Anbetung, Gemeinschaft, Lehre, Dienst und Evangelisation) alle zusammen bewirken sollen.  
   Du musst keine große Gemeinde haben, um das „Jünger-Machen“ gut zu üben.  Eigentlich haben kleine Gemeinden eine großartige Gelegenheit, Menschen zu Jüngern zu machen mit der großartigsten Methode, die jemals benutzt wurde.  Es ist die Methode, die Jesus, der Apostel Paulus und auch die erste Christen benutzten.  
   Mentoring.  
   In einer kleinen Gemeinde können Menschen Mentoring erleben, nicht nur durch ihren Kleingruppenleiter, sondern durch den Pastor.  Direkter Zugang zum Pastor ist nicht notwendig, damit Menschen sehr gut zu Jüngern gemacht werden.  Große Gemeinden haben oft großartige Jüngerschaftsprogramme, in Kleingruppen und in Dienstgruppen, ohne dass der leitende Pastor direkt involviert ist – und das ist großartig!  Doch für viele Menschen, vom eigenen Pastor betreut zu werden ist ein besonderer und sehr wichtiger Teil ihres geistlichen Wachstums.  
   Es ist nicht falsch, wenn Menschen den direkten Kontakt zu ihrem Pastor möchten.  Und Pastoren liegen auch nicht falsch, die auf dieses Bedürfnis eingehen in der direkten, durch eine persönliche Beziehung begleiteten Jüngerschaft.  Nun, wenn das dem Gemeindewachstum im Wege steht, dann haben wir ein Problem. Doch ist das nicht unbedingt das Wachstumshindernis, wie es manche uns glaubhaft machen wollen.  

Wir brauchen Gemeinden jeder Größe

Es gibt eine Rolle für Gemeinden jeder Stilrichtung und jeder Größe im Reich Gottes.  Große Gemeinden erfüllen einige Bedürfnisse, kleine Gemeinden erfüllen andere Bedürfnisse.  Wenn du  in einer großen Gemeinde dienst, die Segnungen und Gelegenheiten sind oft sichtbarer.  Dienst du in einer kleinen Gemeinde, sind die Segnungen vielleicht nicht so sichtbar, doch sind sie genau so real.  Egal wie groß oder klein die Gemeinde ist, in der du dienst, Jesus hat seinen Grund, weshalb er dich dort hat.  Der Leib Christi müsste es besser schaffen, entmutigte Gemeinden zu ermutigen, ihren Segen zu entdecken und nutzen, und von ihren Gelegenheiten Gebrauch zu machen.  
   Der Auftrag verdient nichts weniger. 


   (aus dem Blog von Karl Vaters auf Christianity Today, 13. Mai 2019)  

https://www.christianitytoday.com/karl-vaters/2019/may/small-churchs-biggest-need-blessing-opportunity.html?paging=off

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Ebbe in der Kasse - mit weniger Geld glücklich sein  (23.02.20)

Dieses Thema ist wirklich für die Leiter kleiner Gemeinden zugeschnitten: wie kann ich mit weniger Geld klar kommen, und dabei auch glücklich sein?  Denn wenn es eine Sache gibt, die fast alle kleinen Gemeinden gemeinsam haben, ist es die kleine Kasse. Und dementsprechend das kleine Gehalt (wenn überhaupt), das der Pastor bekommt.

Das kenne ich all zu gut.  Ich habe 37 Jahre als Pastor gedient, und nur in zwei Jahren davon ein Gehalt nach den Vergütungsrichtlinien unsres Bundes bekommen. Sonst hieß es eher: halbtags bezahlt, ganztags arbeiten. Und ich habe es gern getan. Ich war nicht unzufrieden, habe nicht geklagt. Gott hat wunderbar, oft von anderen Seiten, für uns gesorgt, und es war eine spannende Reise.

Ich sehe aber, wie viele junge Pastoren vielleicht unter Druck von anderen stehen, sie müssten einfach mehr Geld haben. Sie könnten doch nicht von dem kleinen Geld leben, was die Gemeinde bezahlt. Sie müssten nebenbei was dazu verdienen. Und das mag für einige der einzige Ausweg sein. Aber ich möchte euch ermutigen, zuerst wirklich zu versuchen, einfach mit weniger Geld klar zu kommen, damit ihr euch trotz des kleinen Gehalts möglichst ganz für Gottes Reich einsetzen könnt.  Hier ein paar Gedanken dazu aus meiner Erfahrung:

(1) lebe einfach bescheidener, und schäme dich nicht dafür. Du machst das nicht, weil du nicht in der Lage wärest, mehr Geld zu verdienen, sondern weil du dich entschieden hast, deine Kraft in die Ewigkeit zu investieren. Du hast eine gute Entscheidung getroffen, und in der Ewigkeit werden andere das hoffentlich verstehen. Und wenn nicht, ist es nicht dein Problem.

(2) Kaufe ruhig ein Auto, das technisch gut und zuverlässig ist, aber außen ein paar Macken hat, und deshalb günstiger ist.  Siehe Punkt 1.

(3) Rede und bete mit deiner Frau, evtl. auch mit den Kindern darüber. Aber übertreibe das mit den Kindern nicht. Als unsere Kinder in das Alter kamen, wo ihre Kleidung ihnen immer wichtiger wurde, haben wir versucht, an anderen Enden zu sparen, damit die Kinder bessere Klamotten kaufen konnten.  Es mussten trotzdem keine Boutique-Sachen sein, aber wir wollten sie nicht vor den anderen Kindern blamieren.

(4) plant und genießt viele schöne Zeiten als Familie, die wenig oder gar kein Geld kosten müssen: Zeiten im Wald, im Park, auf dem Spielplatz, Spiele spielen, zusammen lachen und Weingummis essen – ihr könnt auch ohne viel Geld ein Familienleben haben, das alle gerne in Erinnerung haben werden.

(5) Kaufe nur die allernötigsten Versicherungen.  Wer ein billiges Auto fährt, braucht auch kein Vollkasko.  Mit manchem kleinen Risiko kann man doch leben, denn Gott ist unser Versorger.  Als es bei uns mal gebrannt hat, und wir keine Hausratsversicherung hatten, meinten unsere Freunde, wir wären ruiniert.  Von wegen!  Die Gebäudeversicherung hat so gut mit uns abgerechnet, dass wir uns nachher noch viele neue Sachen leisten konnten.

(6) Wie ihr wohl wisst, ist das Essen im Restaurant ziemlich teuer.  Wir haben manchmal zu Hause ein „Familienrestaurant“ gemacht: hübsch angezogen, komplett mit Speisekarte, Kerzenlicht, usw. - mal war ich der Koch / Kellner / Geschirrspüler, mal war es meine Frau oder sogar die Kinder.  Wir haben bis heute sehr schöne Erinnerungen daran, und eine meiner Töchter hat sogar die Tradition in ihre eigene Familie übernommen.  Und es kostete praktisch nichts.

(7) Es klingt wahrscheinlich widersprüchlich, aber wer es irgendwie schaffen kann, auch bescheidenes Wohneigentum zu kaufen, kann viel Geld sparen.  Denn wir jetzt ein kleines Gehalt hat, wird später wohl auch eine kleine Rente haben.  Selbst wenn das Wohneigentum keine große Wertsteigerung erbringt, in ca. 30 Jahren kann man in der Regel ein Haus ab bezahlen.  Also wer rechtzeitig anfängt, kann in der Rente mietfrei wohnen.  Hängt bloß euer Herz nicht dran: meine Frau und ich haben schon vier mal ein Haus verkauft und ein anderes gekauft.  Das Kapital nimmt man ja mit, und investiert es ins nächste Haus.

So, das wurde heute mal wieder etwas mehr, aber ich hoffe, es konnte euch helfen. Ein weiser Mann sagte einmal „Dient dem Herrn. Das Gehalt ist zwar klein, aber die Rente ist außerirdisch gut!“ - Haltet die Augen auf Jesus und seinen ewigen Lohn, denn das ist alles, was ihr ewig behalten könnt.

In IHM mit euch verbunden,  Hugh Smith

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Lass dich unterstützen!  (16.02.20)

Heute möchte ich ein wenig „Werbung“ für zwei unsrer Angebote machen, die für euch komplett kostenlos sind und euch nur unterstützen wollen: Coaching und Predigtvertretung.

Ich habe über 20 Jahre in der Freien Christengemeinde Hamm gedient, die meine Frau und ich zusammen gegründet haben. Im Laufe der Jahre war die Gemeinde gut gewachsen, aber mit der Gemeindegröße nahm der Streß auch zu. Meine To-do-Liste war hoffnungslos länger als mein Tag. Auf der Suche nach einem Weg, der mir helfen sollte, meine Prioritäten richtig zu setzen und auch einzuhalten, kam ich auf die Idee, ein „gegenseitiges Coaching“ anzufangen. Ich suchte einen Partner (Pastor Bernd Kollmann, damals in Soest, etwa 25 Autominuten entfernt), und wir fingen an, uns alle paar Monate zu treffen. Unsere Gespräche waren einfach strukturiert: jeder fragte den anderen (1) wie geht’s dir? In folgenden vier Bereichen: geistlich, persönlich, in der Ehe, und auch im Dienst in der Gemeinde. Dann kamen dementsprechend die Fragen (2) wo willst du hin, was ist der nächste Schritt? In den gleichen vier Bereichen.  Natürlich wurden Fragen mal gestellt zur Klärung, da wurde mal ein wenig gebohrt. Aber grundsätzlich wurden keine Ziele vorgeschrieben, sondern jeder setzte seine eigenen Ziele, bzw. nächste Schritte, die bis zu unserm nächsten Treffen umgesetzt werden sollten.  Jeder von uns beiden stellte dem anderen die gleichen Fragen, die nächsten Schritte wurden aufgeschrieben, und beim nächsten Treffen wurde auch nachgefragt.

Klar, wir haben es nicht immer geschafft, unsere „nächsten Schritte“ immer umzusetzen. Doch diese Treffen wurden mir zu einer sehr großen Hilfe. Ich kam immer erleichtert und motiviert nach Hause. Und es entwickelte sich zwischen uns beiden auch eine sehr herzliche Beziehung, die bis heute geblieben ist, obwohl wir später dienstlich verschiedene Wege gingen und jetzt weit auseinander wohnen.

Nun, das Coaching, das wir über kleinstarkgut.de kostenlos anbieten, ist nicht zwangsläufig gegenseitig. Wir sind einfach bereit, dich zu coachen.  Wir können dir ähnliche Fragen stellen wie ich das gemacht habe, wir hören zu, und wir können die Ziele und nächsten Schritte aufschreiben, die du selber gesetzt hast, weil sie dir selber wichtig sind.  Und dann fragen wir beim nächsten Gespräch nach.

Gerade, wenn man sich von der Fülle der Aufgaben überfordert fühlt, ist es sehr hilfreich, wenn man mal Pause macht und sich fragt „was ist denn wirklich das Allerwichtigste?“ Da merkt man, alles andere ist zwar auch gut und wichtig, muss aber nicht zwingend sein. Außerdem werden wir oft durch die dringenden Sachen bestimmt.  Doch die wirklich wichtigen Dinge  (nämlich die Menschen) sind nicht immer dringend. Wir können das Gespräch, den Termin immer hinaus schieben, weil andere Sachen dringender sind. Doch die Menschen und auch unsere eigene Arbeit leiden darunter. Coaching hilft dir, das Wichtigste vom weniger Wichtigen zu unterscheiden, deine eigenen Prioritäten zu setzen, und sie auch umzusetzen.

Auf Internetseiten und auch in Büchern muss allgemein geschrieben werden. Doch im Coaching können wir sehr konkret auf deine persönliche Situation eingehen. Die Zeit, die du investierst, um dich coachen zu lassen, wird sich mehr als lohnen. Und für die Leiter kleiner Gemeinden bieten wir Coaching per Videochat absolut kostenlos an. Melde dich einfach mal, lasst uns darüber reden!

Noch etwas: für diese kleinen Gemeinden (60 erwachsenen Gottesdienstbesucher oder weniger) bieten wir ebenfalls kostenlose Predigtvertretung an.  Wirklich kostenlos, auch ohne Fahrtkostenerstattung. Hier geht es einfach darum, dass der Pastor mal frei haben und die Gemeinde mal eine Abwechslung erleben darf. Einfach mal ein wenig Erleichterung für dich in deinem Alltag. Und weil wir wissen, wie knapp die Kassen in den kleinen Gemeinden sind, kommen wir kostenlos. Predigtbeispiele sowie Infos zu den Predigern findet ihr auf unseren Seiten.

Du musst nicht alles allein machen. Lass dich unterstützen, und atme mal auf. Und wenn du auch nur Gebet möchtest, melde dich. Wir beten dann für dich und deine Gemeinde. Gott sieht dich, und er möchte durch uns dir und deiner Gemeinde Gutes tun.

Ich freue mich darauf, von dir zu hören.

In IHM mit euch verbunden,  Hugh Smith

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Die Behindertenwerkstatt  (11.02.20)

Ich habe einige Jahre in einer kleinen Gemeinde gedient, wo einige Mitglieder psychisch krank waren. Sie konnten mit Hilfe von Medikamenten ihren Alltag bewältigen, und arbeiteten alle in besonderen Einrichtungen für psychisch kranke oder behinderte Menschen. Das waren vermutlich Zuschussbetriebe: sie existierten nicht, um einen Gewinn auf dem freien Markt zu erwirtschaften, sondern um diesen Menschen Würde und Selbstwertgefühl zu geben. In diesen Einrichtungen konnte jeder irgendwie eine kleine Leistung bringen, und dadurch ein kleines Stück Heilung erleben. Solche Werkstätten sind meistens keine Hochglanzbetriebe, sondern klein und oft übersehen. Doch wie schön, dass es diese Werkstätten gibt!

In den Büchern, die aus großen Gemeinden kommen, werden jedoch oft hohe Anforderungen an mögliche Mitarbeiter für die Gemeinde gestellt. Sie sollten kompetent sein, gute Charaktereigenschaften mitbringen, absolut zuverlässig, teamfähig und kritikfähig sein, bestimmte Ausbildungen absolviert haben, u.u.u. - da konnte ich mit meiner kleinen Gemeinde nur müde lächeln.

Und ich möchte alle Leiter kleiner Gemeinden auch ermutigen, die ganzen Kataloge an Voraussetzungen für Mitarbeiter getrost zu vergessen.  Ja, auch kleine Gemeinden haben bestimmte Mindestanforderungen an Mitarbeiter, sonst funktioniert gar nichts.  Aber du musst erst mal mit dem arbeiten, was du hast.  Wie in einer Behindertenwerkstatt.  Und das ist gut so.  

Es ist sehr herausfordernd für Leiter, mit Leuten zu arbeiten, die nicht so zuverlässig, so kritikfähig oder so kompetent sind wie andere, aber in dieser intensiven Arbeit – ähnlich wie in einer Behindertenwerkstatt – können auch unsere Mitarbeiter soziale Kompetenzen entwickeln, lernen im Team zu arbeiten, und vor allem selber ein Stück Heilung und neues Selbstwertgefühl erlangen. Und wenn solche Gemeinden auch „Zuschussbetriebe“ sind, ist das doch nichts Schlimmes.  Gott, unser Auftraggeber, kann und wird uns alles Nötige dafür geben, um diese so wertvolle Arbeit zu leisten.  Wir dienen oft den Menschen, die von anderen übersehen werden.  Aber Gott übersieht keinen.  Er hat für jeden den gleichen Preis bezahlt: das Blut seines geliebten Sohnes.  Und deshalb ist auch deine Arbeit genau so wertvoll wie jede andere im Reich Gottes.

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Der Wert der kleinen Gemeinde (03.02.20)

Bei unserem Bemühen, die Leiter kleiner Gemeinden zu stärken, möchten wir betonen: wir wollen die großen Gemeinden nicht schlecht reden! Es geht nicht um „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“. Gott gebraucht große wie auch kleine Gemeinden in seinem Reich, vermutlich weil es eben verschiedene Menschen und verschiedene Situationen gibt, die auch verschiedene Gemeinden brauchen.

Große Gemeinden haben viele Vorteile, das liegt auf der Hand: sie können ein breit gefächertes Angebot für Kinder und Jugendliche stellen, haben verschiedene Angebote für spezifische Zielgruppen u.v.a.m. - das muss ich hier nicht erläutern.

Problematisch ist nur die Mentalität „größer ist besser“, und vor allem die logische Folgerung daraus, „kleiner ist schlechter“.  Das stimmt nicht. Deshalb möchte ich hier ein wenig über den Wert der kleinen Gemeinde schreiben – nicht, um große Gemeinden schlecht zu machen, sondern einfach um die anderen Vorteile zu zeigen, die kleine Gemeinden haben.

In Schulen z.B. wird die kleine Klasse allgemein als besser gesehen, denn je weniger Schüler eine Lehrkraft hat, um so mehr Zeit und Aufmerksamkeit kann sie dem einzelnen Schüler schenken.  In der Musik ist der Privatunterricht viel wertvoller (und teurer) als Gruppenunterricht, weil der Schüler die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lehrers haben darf.

Natürlich versuchen große Gemeinden, dieses Bedürfnis durch Kleingruppen abzudecken, oft mit Erfolg.  Doch die große Gemeinde bietet sonntags auch (ungewollt) die Möglichkeit, einfach als „Gottesdienstkonsument“ die Gottesdienste zu besuchen, und sich sonst nicht oder nur wenig zu engagieren.  Diese Möglichkeit gibt es in der kleinen Gemeinde sehr wenig wenn überhaupt, und das ist gut so.

Besonders wenn es um Aufgaben geht, die „von vorne“ im Gottesdienst geschehen – also Musik, Predigt, Gottesdienstleitung u.a. - bietet die kleine Gemeinde Menschen Chancen, die sie in einer großen Gemeinde nie bekommen würden, weil sie eben nicht so ganz hoch begabt sind wie andere.  Und trotzdem sind auch diese Menschen und die Gaben, die Gott ihnen gegeben hat, sehr wertvoll.  Und ihre Gaben sollen zum Einsatz kommen.  Gott will das.

Die Hauptaufgabe der Gemeinde ist es auch, Menschen zu Jüngern zu machen.  Dies geschieht in der Regel viel effektiver durch persönliche Beziehungen als durch Kurse und Programme, und persönliche Beziehungen sind die Stärke der kleinen Gemeinden – wenn sie denn wirklich gut gelebt werden.

Ein interessanter Messfaktor für Jüngerschaft ist der Umgang mit Geld. Nach einer Studie in den USA spendet der durchschnittliche Gottesdienstbesucher einer kleinen evangelikalen Gemeinde (unter 100 Gottesdienstbesucher) 53% mehr im Jahr als der durchschnittliche Gottesdienstbesucher einer evangelikalen Gemeinde mit 1000 oder mehr Besuchern. (Link: https://factsandtrends.net/2016/03/29/the-power-of-small/ )

Der Pastor einer großen deutschen Gemeinde fragte mich einmal, etwa wie viele unsrer Besucher auch Mitarbeiter waren. Ich antwortete „etwa 85%“.  „Davon könnte ich nur träumen“ sagte er dazu.  Bei ihm wären etwa 30% der Besucher auch Mitarbeiter.  In der kleinen Gemeinde ist die Verbindlichkeit oft deutlich höher, denn wenn ich meine Aufgabe nicht mache, wer wird sie denn sonst machen?  In der großen Gemeinde kann ein Mitarbeiter viel flexibler sein, denn es gibt viele Mitarbeiter, die sonst einspringen könnten.  Das ist zwar bequem, doch unsere Liebe zu Jesus wächst viel stärker, wenn es uns auch etwas kostet, ihm zu dienen.  Das soll man natürlich nicht übertreiben, aber die Bequemlichkeit ist der Feind der geistlichen Leidenschaft.

Hinzu kommt, dass Gott einfach überall seine Gemeinden haben will. Auf dem Land und in den Kleinstädten findet man so gut wie keine Megachurch. Dort gibt es aber eine riesige Anzahl von kleinen Gemeinden, die Licht und Salz für Jesus vor Ort sind.  Sie kämpfen mit begrenzten Ressourcen, mit Verlusten vor allem bei den jungen Erwachsenen, und manchmal auch mit den Vorurteilen, sie müssten wohl irgend etwas falsch gemacht haben.  Doch sind sie genau an dem Platz, wo Gott sie haben will.  Und ihr Dienst für Jesus, oft unter erheblichem Opfer, leuchtet sehr hell für ihn.

Damit will ich nicht sagen, dass kleine Gemeinden alles richtig machen. Die Leiter kleiner Gemeinden sind Sünder, genau wie die Leiter großer Gemeinden.  Und wir alle machen Fehler.  Ich möchte nur die Leiter kleiner Gemeinden ermutigen, weiterhin mit Leidenschaft und Hingabe ihren Dienst für Jesus zu tun, und zu wissen: du bist sehr wertvoll.  Deine Gemeinde ist sehr wertvoll.  Du kannst dich freuen, und Gott dafür danken, dass er dich an genau dem Ort hat, wo du bist.

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Treue ist immer möglich (26.01.20)

"Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden."

1. Korinther 4,2 Lutherbibel

Dieses Bibelwort war mir immer eine Hilfe in meinen vielen Dienstjahren in kleinen Gemeinden. Es ist einerseits ein wunderbarer Trost:  Gott fordert nichts mehr von mir – nicht mehr Leistung, nicht mehr Gottesdienstbesucher, nicht mehr Bekehrungen und Taufen, sondern einfach die Treue.  Ich soll treu genau das tun, was Gott mir (nicht dem anderen) zu tun gegeben hat.

Und das kann ich auch. Weil Gott mich besser kennt, als ich mich selbst kenne, überfordert er mich nie.  Er verlangt nichts von mir, was ich nicht tun könnte, weder von meiner Zeit noch meiner Kraft noch meinen Begabungen her. Also: fühle ich mich überfordert, dann wahrscheinlich weil ich versuche, mehr zu tun als selbst Gott von mir will.  Dann heißt es: Gott suchen und schauen, was ich zurück schneiden könnte.

Aber zurück zum ermutigenden Wort aus 1. Korinther 4: treu sein kann jeder, unter allen Umständen.  Auch wenn es nur darum geht, überhaupt erst mal zu wissen, genau was Gott von mir möchte: auch dafür ist letzten Endes Gott verantwortlich (vorausgesetzt, ich habe ihn gefragt, und hingehört).  Gott muss einen Weg finden, um durch meinen Dickkopf meinen Verstand zu erreichen, damit ich seinen Willen verstehe. Sonst habe ich keine Chance.  Aber das tut Gott schon.  Er hat lauter Dickköpfe, die er ständig gebraucht...


Dies Wort aus 1. Korinther ist aber kein Ruhekissen, keine Ausrede für Faulheit oder Halbherzigkeit.  Ein Pastor kann genauso treu seinen Auftrag von Gott ausfüllen in einer kleinen wie in einer sehr großen Gemeinde.  Er kann aber genauso untreu sein in einer kleinen wie in einer großen Gemeinde.  Gott will mein ganzes Herz, meine ganze Liebe, und meinen bedingungslosen Gehorsam.  Dafür hat er ja schon alles für mich gegeben.  Aber dieser Fokus auf die Treue nimmt meine Augen weg von allen Fragen nach der Gemeindegröße, nach dem Gemeindewachstum, und zieht meine Aufmerksamkeit dorthin, wo sie hingehört: meine Beziehung zu dem, der mich erkauft hat, und mit dem ich die Ewigkeit verbringen will.


Ich wünsche mir sowie euch allen, dass wir diese Perspektive immer behalten.


Für das Lamm,

Hugh Smith

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Effizienter predigen (19.01.20)

 Was meine ich mit „effizienter predigen“?  Zuerst natürlich, dass die Predigt etwas bewirken soll: dass Menschen getroffen werden und ihr Leben verändern.  Ich meine aber auch, dass man doch die Predigtvorbereitung effizienter gestalten kann: bessere Predigten bei weniger Vorbereitungszeit. Dies ist gerade für die Pastoren kleiner Gemeinden, die ja in vielen Bereichen Verantwortung tragen, eine große Hilfe. 

Zuerst die Effektivität der Predigt.  Ich habe in meinem Laptop eine einfache „Predigtchablone“.  Sie ist im Grunde nur blanko, hat aber am Anfang ein paar Fragen, die ich mir selbst zuerst beantworten muss, bevor ich die Predigt schreibe: (1) Ziel: was willst du mit dieser Predigt bewirken? (2) Was sollen die Zuhörer tun mit dem, was sie hören?  (3) wie werden sie dadurch bessere und glücklichere Menschen? Du musst dir darüber im klaren sein, wie du den Menschen helfen willst.

Aber auch in meiner Chablone steht die Frage an mich: „welche Geschichte illustriert meinen Hauptpunkt am besten?“  Eine passende Geschichte zur Predigt zu finden ist oft eine Herausforderung, macht aber die Predigt lebendig und schlägt die Brücke zum Alltag.  Menschen hören Geschichten gerne, und das wird ihnen in Erinnerung bleiben, lange nachdem sie deine Hauptpunkte vergessen haben.  

Auch sehr hilfreich und viel leichter zu finden, sind Bilder – richtige Bilder oder Grafiken, die du zur gegebenen Zeit in der Predigt mit dem Beamer auf die Leinwand bringen kannst.  Hierzu kannst du fast jeden Nomen in der Predigt nehmen, dieses auf Google mit dem Zusatzwort „Bilder“ eingeben, und du bekommst mengenweise Bilder, die du in deine Präsentation einbauen kannst.  Manchmal kann ein lustiges Bild auch ein bisschen Humor da hinein bringen.  Auch hier: das sind Dinge, die den Menschen viel besser in Erinnerung bleiben.

Grundsätzlich muss aber eine effektive Predigt auf eine Veränderung hin wirken.  Also je konkreter du Alltagssituationen nennen kannst, wo deine Botschaft Hilfe und Orientierung bieten kann, um so besser.  Am besten am Anfang der Predigt, damit sie wissen, warum sie dir zuhören sollen.

Zum Thema Zeit sparen bei der Predigtvorbereitung: zwei Dinge, die mir am meisten geholfen haben, Predigten effizienter vorzubereiten:

(1) weiter im voraus planen. Gegen Ende meines Dienstes hatte ich meine Predigten meistens zwei bis drei Monate im voraus alle geplant.  Ich nehme mir einmal im Monat eine längere Zeit allein mit dem Herrn, und dazu gehört in aller Ruhe über die Gemeinde nachzudenken, zu beten, und dann die Predigten für den übernächsten Monat zu planen.  Manchmal hatte ich nur den Bibeltext und/oder den Hauptgedanken, aber ich wusste, worum es gehen würde.

(2)  Predigtreihen halten. Meistens hatten wir ein Monatsthema (was dann auch auf der Titelseite des Gemeindeblatts erschien).  Wenn du etwas in der Gemeinde wirklich verändern willst, dann ist das ohnehin nur selten mit einer einzigen Predigt getan.  Mann muss das Thema vertiefen.  Aber das hilft enorm, Zeit zu sparen: du musst dich nicht jede Woche quälen mit der Frage "was ist das Wort des Herrn an die Gemeinde?"  Das hat in meinen jüngeren Jahren fast genau so viel Zeit in Anspruch genommen wie die eigentliche Predigtvorbereitung.  Natürlich bete ich vor, während und nach der Predigtvorbereitung, aber bis ich wirklich anfange zu schreiben, weiß ich seit Wochen oder Monaten worum es gehen wird, und kann meistens ziemlich schnell loslegen.

Mal ein wenig aus dem Nähkästchen eines alten Predigers geplaudert.  Ich hoffe, es hilft euch!

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Motivierte Mitarbeiter  (12.01.20)

Ein Mitglied unsrer Facebook-Gruppe nannte dieses Thema als Wunsch: motivierte Mitarbeiter.  Dazu gibt es ganze Bücher, aber hier einfach ein paar Ideen aus der Praxis in kleinen Gemeinden.

Vorweg: von nichts kommt auch nichts. Der Leiter oder Pastor, der motivierte Mitarbeiter haben will, muss schon etwas dafür tun.  Der Pastor freut sich immer, wenn er einen neuen Mitarbeiter gefunden hat, dem er auch etwas delegieren kann. Wenn aber der Mitarbeiter sich dann allein gelassen oder überfordert fühlt, dann wird sein Einsatz nur von kurzer Dauer sein.  Und es wird um so schwerer, ihn wieder für eine Aufgabe zu gewinnen.  Also „achte auf deine Schafe!“ (Sprüche 27,23)!

Und was denkt ihr?  Was hat euch geholfen, eure Mitarbeiter zu motivieren?

Euer Hugh

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Achte auf dich selbst!  (05.01.2020)

„Achte auf dich selbst, und auf die Lehre“, hat der alte erfahrene Paulus seinem jungen Mitarbeiter Timotheus geschrieben (1. Tim. 4,16).  Ein unheimlich wichtiger Rat für jeden Pastor; um so mehr für Pastoren kleiner Gemeinden.

In meinen vielen Dienstjahren als Pastor kleiner Gemeinden war ich meistens nicht nur Prediger, sondern auch Lobpreisleiter und Bau- und Renovierungsarbeiter, weil diese eben zu meinen Gaben gehören, und weil andere qualifizierte Mitarbeiter zumindest zeitweise einfach nicht da waren.  Das kam alles zusätzlich zu allem, was ein Pastor sonst noch macht, und ich hatte auch eine junge Familie.  Klar, dass die Anforderungen sehr hoch waren.  Wie sollte ich das alles nur bewältigen?

Aber ich habe es versucht, mit aller Kraft.  Und dabei mich selbst oft über jede gesunde Grenze hinweg angetrieben.  „Im Himmel kann man ausruhen“, sagte ich oft.  Doch irgendwann war es so weit, und ich erlebte einen Burnout.  Ich wusste nicht einmal, was das war, bis irgendwann bei mir nichts mehr funktionierte.

Mein Gemeinderat war sehr verständnisvoll und hilfsbereit, und so begann eine Zeit der Erholung: ich habe praktisch nur noch sonntags gepredigt, und sonst auf der Terasse gesessen und meine Gitarre gespielt.  Nach einigen Wochen fing ich langsam wieder an, andere Dinge zu tun, landete wieder auf den Bauch, und musste wieder kürzer treten.  Allmählich hat Gott mich da geheilt, so dass ich etwa 90% meiner früheren Leistungsfähigkeit wieder gewinnen konnte.  Heute merke ich praktisch nichts mehr davon.  Aber ich habe etwas sehr Wichtiges daraus gelernt: „achte auf dich selbst!“

In unsrer selbst zentrierten Welt, wo so viele nur ihre eigene Selbstverwirklichung suchen, klingt dieser Rat zunächst fremd.  Hat nicht Jesus gesagt, wir sollten allen dienen?  Ja.  Doch jeder guter Dienstherr weiß: wenn er seine Diener auf Dauer überfordert, sind sie irgendwann kaputt.  Also will auch Gott, dass du auf dich selbst achtest, dass du genug Zeit zum Auftanken hast.  Und diese Zeit musst du einfach selbst einplanen. Wenn du es nicht tust, werden andere deine Zeit schon  beanspruchen.

Was gehört zum Auftanken?

  1. Qualitätszeit mit Gott.  Du musst zuerst von Gott hören, und wissen, dass du selbst bedingungslos geliebt bist, bevor du andere wirklich bedingungslos lieben kannst. Du musst beherzigen, dass Gott dir alles, aber alles immer wieder vergibt, damit du anderen auch alles vergeben kannst.  Du musst selber Gott kennen, bevor du anderen helfen kannst, ihn auch zu kennen.  Nimm dir Zeit mit Gott, im Gebet und in der Bibel.  Jeden Tag.

  2. Zeit mit deiner Frau und den Kindern.  Mit deiner Frau bist du „ein Fleisch.“  Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst, schreibt Paulus in Eph. 5,28.  Er soll sie „nähren und pflegen, wie Christus die Gemeinde“ heißt es in v. 29.  Umgekehrt heißt das: wer seine Frau vernachlässigt, der vernachlässigt sich selbst. Und das geht irgendwann gewaltig schief. Liebe deine Frau.  Zeige es ihr, immer wieder.  Nehmt euch Zeit zu zweit, egal, was alles noch ansteht.  So legst du ein gutes Fundament, auf das du ein ganzes Leben und einen langen Dienst bauen kannst.  Ihr Frauen im Dienst, fragt euren Mann, was er von diesen Ideen hält... (Smiley)

  3. Zeit einfach für dich.  Ich selber spiele gerne Tischtennis, im Verein.  Das hat einen Mehrfachnutzen für mich: es baut Stress ab, es hilft mir, körperlich fit zu bleiben und mein Gewicht zu halten, und ich baue auch noch Beziehungen zu Nichtchristen auf, was für einen Pastor nicht ohne weiteres einfach ist.  Aber vor allem: es macht mir einfach Spaß, und das tut mir gut.  Da kann ich wieder mit Freude an meine Arbeit als Pastor (jetzt Rentner) gehen.  Für dich ist es wahrscheinlich etwas anderes, aber ich empfehle schon eine körperliche Tätigkeit wie Sport oder Fitnessübungen oder Radfahren oder was auch immer.  Das ist nicht egoistisch; du hältst dich selbst körperlich (dein Körper ist ja der Tempel des Geistes) und geistig (der Sauerstoff tut auch dem Gehirn gut) fit, damit du länger und besser Gott dienen kannst.

Ich könnte noch lange schreiben, aber wir wollen uns hier ja kurz fassen.  „Achte auf dich selbst“. Diese Aufgabe kannst du keinem delegieren, dafür bist du allein verantwortlich.  Aber Gott wird dir helfen.  Wenn du auch am liebsten den ganzen Tag lang nur Reich Gottes bauen möchtest: du musst zuerst empfangen, damit du anderen etwas geben kannst.  Achte auf dich selbst.

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Was meinst du?  Wie regelst du diese Dinge in deinem eigenen Leben und Dienst?  Was hat dir geholfen, was eher nicht?  Ihr könnt gerne bei unsrer Facebook-Gruppe "Klein.Stark.Gut" kommentieren, und schon damit anderen helfen. Und damit andere dazu stossen können: bitte weitersagen, liken, oder was auch immer. Danke!

Ich habe vor, mindestens einmal die Woche etwas Neues hier zu schreiben.  Wenn es dir gut getan hat, dann kannst du uns kurz schreiben, und du wirst immer informiert, wenn Neues hier erscheint.  Ich freue mich auf ein gutes Miteinander!

Für das Lamm,   Hugh Smith


Die geistliche Intensivstation  (01.01.2020)

In einem großen Krankenhaus gibt es verschiedene Stationen: die normalen Stationen mit vielen Patienten und weniger Personal, weil die Patienten nicht lebensbedrohlich krank sind – und dann auch die Intensivstation für die Schwerstkranken. Dort gibt es weniger Patienten, und mehr Personal, weil die Anforderungen so hoch sind.  Die Arbeit auf der Intensivstation erfordert die stärksten Nerven und die höchste Konzentration und Hingabe.  Die Mitarbeiter auf der Intensivstation beneiden aber die Mitarbeiter auf den anderen Stationen nicht, weil sie mehr Patienten haben. Die Mitarbeiter auf der Intensivstation sind auch nicht traurig, wenn es dem Patienten so viel besser geht, dass er auf eine Normalstation verlegt werden kann.

Das ist ein kleines Bild auf den Vergleich zwischen großen und kleinen Gemeinden: kleine Gemeinden sind oft wie geistliche „Intensivstationen“.  Manche Leute wählen sogar die kleine Gemeinde, weil sie sich mehr Nähe zum Pastor wünschen.  Andere Christen, die etwas „pflegeintensiver“ sind, kommen in kleine Gemeinden, weil sie in einer großen Gemeinde untergehen würden.  Menschen mit Ecken und Kanten dürfen in kleinen Gemeinden auch mitarbeiten, weil jeder gebraucht wird – sie würden in einer großen Gemeinde lange auf der Warteliste stehen.  Kurzum, die kleine Gemeinde ist eine geistliche „Intensivstation.“  Viele Mitglieder einer kleinen Gemeinde brauchen einfach mehr und intensivere Pflege als der Durchschnittschrist.  Und wenn wir sie so weit geistlich gestärkt haben, und sie dann in eine größere Gemeinde wollen, die ihnen mehr bieten kann, dann müssen auch wir nicht traurig sein.  Wir haben unsere Aufgabe erfüllt.  Andere werden kommen.  Und der Chef vom Krankenhaus ist auch mit uns ganz zufrieden.


Was denkst du darüber?  Hast du Fragen dazu? Kannst du auch etwas Ergänzendes oder Ermutigendes für die Leiter kleiner Gemeinden schreiben?  Dann mach mit bei unsrer Facebook-Gruppe "Klein.Stark.Gut."  und tausche dich mit Gleichgesinnten aus!

Ich habe vor, mindestens einmal die Woche etwas Neues hier zu schreiben.  Wenn es dir gut getan hat, dann kannst du uns kurz schreiben, und du wirst immer informiert, wenn Neues hier erscheint.  Ich freue mich auf ein gutes Miteinander!

Und auch ihr könnt uns helfen, indem ihr auf der Facebook-Seite Kommentare schreibt, uns ein „Like“ gebt, und sonst im Freundes- und Kollegenkreis auf uns hinweist. Danke!

Für das Lamm,

 Hugh Smith

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"Wo Leben ist, ist Wachstum"... oder?  (27.12.2019)

„Where there ist life, there is growth“ - wo Leben ist, ist Wachstum.  Diesen Spruch habe ich schon 1976 in Kalifornien auf einem christlichen Plakat gesehen.  Und erst vor zwei Wochen habe ich etwas ähnliches von der Kanzel in einer kleinen Gemeinde in Deutschland gehört: „Alles, was lebt, multipliziert sich“. Beide Sprüche bezogen sich auf Gemeinden, und wollten damit sagen: die Gemeinde, die wirklich lebt, wird wachsen bzw. andere Gemeinden gründen. Klingt richtig und  herausfordernd. Doch zu beiden Aussagen muss ich inzwischen sagen: das stimmt so allgemein nicht.  

Zum einen stimmen diese Sprüche nicht einmal biologisch: ich bin 2m groß, und habe mit etwa 18 Jahren aufgehört zu wachsen (dafür bin ich dankbar, 2 Meter sind genug). Ich bin aber nicht deshalb tot, nicht einmal krank.  Ich habe mich auch „multipliziert“, als meine Frau und ich zusammen vor einigen Jahrzehnten drei hübsche Mädchen auf die Welt gebracht haben (meine Frau hatte die meiste Arbeit dabei). Aber ich habe nicht vor, irgendwelche weitere Kinder in die Welt zu setzen. Dieser Lebensabschnitt ist für mich vorbei.  Und dennoch bin ich trotz einiger Alterserscheinungen gesund und quieklebendig.

Doch immer wieder müssen die Pastoren und Leiter kleiner Gemeinden diese und ähnliche Sprüche hören: „wo Leben ist, ist Wachstum“.  Und sofort kommt der Umkehrschluss hinterher: wächst deine Gemeinde nicht, dann ist sie krank oder schon tot.  Klar, es gibt kleine Gemeinden, die krank oder sogar geistlich tot sind.  Doch gibt es auch kleine Gemeinden, die geistlich kerngesund sind, die die großen Aufträge Jesu mit vollem Einsatz umsetzen: Gott und ihren nächsten lieben, und Menschen in die Nachfolge Jesu rufen (siehe Matth. 22, 36-40 und 28,18-20).  Aber man mißt die Gesundheit einer Gemeinde genausowenig an der Besucherzahl, wie man die Gesundheit eines Menschen an seiner Körpergröße mißt.

Außerdem kann man zahlenmäßiges Gemeindewachstum genausowenig „machen“ wir körperliches Wachstum.  Schon Jesus sagte, dass wir mit all unseren Sorgen unsre Körpergröße nicht ändern können (Matth. 6,27).  Und doch mühen sich viele Pastoren kleiner Gemeinden ab – und oft mühen sie auch die Gemeindeglieder ab – beim Versuch, die Gemeinde wachsen zu lassen.  Ich weiß noch, wie ich selber von den zahlenmäßigen Wachstumszielen beeindruckt war, die der koreanische Megachurch-Pastor Paul Yonggi Cho benutzte.  Also setzte ich unsrer kleinen Gemeinde das Ziel, dass wir im kommenden Jahr um 20% wachsen wollten.  Die lächelten mich nur müde an.  Ich glaube, wir wuchsen tatsächlich in dem Jahr  um 1 oder 2 Personen, aber mein „Wachstumsziel“ habe ich nach einigen Monaten dezent verschwiegen...

Mit diesen Gedanken will ich keinesfalls vom Auftrag Jesu ablenken, den Liebesbefehl und den Missionsbefehl auch mit unsren sehr begrenzten Ressourcen von ganzem Herzen umzusetzen.  Es kann durchaus sein, dass deine kleine Gemeinde krank ist: dass interne Konflikte die Gemeinde lähmen, oder dass die Gemeinde nur mit sich selbst beschäftigt ist und den Blick für die anderen verloren hat.  Dann haben wir Pastoren genug zu tun.  Es kann aber genauso sein, dass deine kleine Gemeinde kerngesund ist, dass die Gemeindeglieder treu und fleißig die großen Gebote Jesu umsetzen, und die Gemeinde trotzdem nicht wächst.  Lass dir dann nur nicht suggerieren, dass deine Gemeinde deshalb krank oder sogar tot ist!  Gott verlangt von dir nicht Leistung, nicht „Ergebnisse“, sondern Treue (1. Kor. 4,2).  Und wenn du dann vor ihm als treuer Diener stehst (Lukas 19,17), wirst du den gleichen ewigen Lohn bekommen wie andere treue Diener, die treu ihren großen Gemeinden gedient haben.

Wie kann ich dann als Pastor fest stellen, ob meine Gemeinde gesund ist oder nicht?  Was kann ich dafür tun, damit sie gesund wird?  Mehr dazu in weiteren Beiträgen hier, aber ich möchte beim Pastor selbst anfangen, und euch einfach ermutigen.  Ihr seid keine Versager, die für eine große Gemeinde nicht gut genug wären, sondern ihr seid die echten Helden im Reich Gottes, die oft unter Opfer und Verzicht ihren kleinen Gemeinden treu dienen.  Wir haben hier auf diesen Seiten keine Zauberformel, mit der deine Gemeinde „garantiert“ wachsen wird, aber wir wollen euch zuerst Mut machen und dann Unterstützung anbieten, wo wir nur können.  Siehe die weiteren Angebote auf dieser Website.

Was denkst du darüber?  Hast du Fragen dazu? Kannst du auch etwas Ergänzendes oder Ermutigendes für die Leiter kleiner Gemeinden schreiben?  Dann mach mit bei unsrer Facebook-Gruppe "Klein.Stark.Gut."  und tausche dich mit Gleichgesinnten aus!

Ich habe vor, mindestens einmal die Woche etwas Neues hier zu schreiben.  Wenn es dir gut getan hat, dann kannst du uns kurz schreiben, und du wirst immer informiert, wenn Neues hier erscheint.  Ich freue mich auf ein gutes Miteinander!

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Für das Lamm,

 

Hugh Smith